TESTPFLANZUNG

Stauden statt Rasen – nachhaltig, pflegeleicht und wunderschön

Rasenflächen gehören seit Jahrzehnten selbstverständlich zu vielen öffentlichen Grünanlagen. Doch angesichts des Klimawandels, des Artensterbens und steigender Pflegekosten lohnt es sich, bestehende Konzepte neu zu denken.

Deshalb verfolgen wir bei SZplan künftig eine klare Planungsphilosophie: Wo immer es sinnvoll und funktional möglich ist, möchten wir klassische Rasenflächen reduzieren und durch artenreiche Staudenpflanzungen ersetzen.

Um unsere Ideen nicht nur zu planen, sondern auch selbst zu erleben, haben wir auf unserem eigenen Grundstück eine kleine Testfläche angelegt. Hier beobachten wir, wie sich die Pflanzung entwickelt, welche Arten sich besonders bewähren und wie gering der tatsächliche Pflegeaufwand ist.

Warum Stauden?

Mehr Artenvielfalt
Blühende Stauden bieten Nahrung und Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge und viele weitere Insekten – deutlich mehr als kurz gemähte Rasenflächen.

Weniger Pflege
Während Rasen regelmäßig gemäht werden muss, werden Staudenflächen in der Regel nur einmal jährlich zurückgeschnitten. Das spart Zeit, Personal und Kosten.

Klimafreundlich
Stauden beschatten den Boden, reduzieren die Verdunstung und kommen – richtig geplant – deutlich besser mit Trockenperioden zurecht.

Ganzjährig attraktiv
Blüten im Frühjahr und Sommer, strukturgebende Samenstände im Herbst und Winter – Staudenflächen bieten das ganze Jahr über einen gestalterischen Mehrwert und schaffen lebendige Freiräume.

Nachhaltig und wirtschaftlich
Weniger Pflegeeinsätze, geringerer Maschineneinsatz und eine hohe ökologische Wirkung machen Staudenpflanzungen zu einer zukunftsfähigen Lösung für Städte und Gemeinden.

Mit unserer Testfläche möchten wir Erfahrungen sammeln und zeigen, wie attraktiv, pflegeleicht und nachhaltig moderne Staudenpflanzungen sein können.

Wir sind überzeugt: Die Freiräume von morgen brauchen weniger Rasen – und mehr Vielfalt.

Unsere Testfläche

Auf einem knapp 80cm schmalen Streifen (ca. 14m²) zwischen Grundstücksgrenze und Abfahrt haben wir 60 Stauden gepflanzt. 15 verschiedene Sorten, die größtenteils sonnenliebend und trockenresistent sind.

Der anstehende Boden wurde im April 2026 mit etwas Pflanzsubstrat angereichert, die Stauden gepflanzt und die gesamte Fläche mit einer 6-8cm dicken Schicht Lavamulch abgedeckt. In den ersten Wochen wurde 2-3x wöchentlich gegossen, seit Juni nur noch alle 2-3 Wochen.

Stand 06.05.26:

Stand 07.06.26:

Stand 22.06.26:

Stand 12.07.26:

Die Zusammenstellung

3 Stück Allium senescens ‚Giganteum‘
3 Stück Aster x pyrenaeus ‚Lutetia‘
3 Stück Bouteloua gracilis
3 Stück Calamagrostis x acutiflora ‚Karl Foerster‘
3 Stück Cephalaria gigantea
3 Stück Molinia arundinacea ‚Windspiel‘
3 Stück Vernonia altissima gigantea
3 Stück Alchemilla mollis
4 Stück Echinacea purpurea ‚Magnus‘
4 Stück Echinops ritro ‚Veitch’s Blue‘
4 Stück Verbena bonariensis
5 Stück Achillea Millefolium-Hybr. ‚Heinrich Vogeler‘
5 Stück Allium sphaerocephalum
5 Stück Lavandula angustifolia ‚Hidcote Blue‘
9 Stück Anaphalis triplinervis ‚Silberregen‘

Beobachtungen

Sehr gut entwickeln sich Verbena, Echinops, Echinacea, Allium und Bouteloua. Einige Ausfälle beobachten wir bei Anaphalis und Achillea. Da v.a. der Juni Hitzerekorde zu verbuchen hatte, hatten die jungen Pflanzen wirklich harte Bedingungen und stehen dafür wirklich fantastisch da. 

Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung im Spätsommer, der Stand über den Winter und den Rückschnitt im Frühjahr 2027.